Fallpauschalen
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Der Verein Ethik und Medizin Schweriz, VEMS, ist mit dem Fallpauschalen-System nicht einverstanden. Es existieren zu viele Unwägbarkeiten und falsche Anreize. Die Fallpauschalen werden das Schweizerische Gesundheitswesen teurer machen und damit die Profitgier gewisser Institutionen befriedigen.

Im folgenden begründen wir die Profitgier Aussage, beleuchten die negativen Auswirkungen derselben auf die Versorgungssicherheit und geben am Schluss eine Zusammenfassung.

1. Fallpauschalen lassen sich nicht in einen klinischen Kontext integrieren

Zur Definition von Fällen sind Codierungen notwendig. Googeln Sie mal DRG Codierung. Sie werden staunen, was für ein Kauderwelsch der Medizin da zugemutet wird. So geht es nicht, meine Damen und Herren Parlamentarier. Fallpauschalen-Codierungen zur Krankheit unserer PatientInnen sind eine medizinische Monstrosität.

2. Ausverkauf der medizinischen Grundversorgung

Medizin betreiben ist ein lukratives Geschäft. Den Krankenkassen und Privatkliniken ist es nicht verständlich, dass über die Kontrahierungszwänge Medizinalpersonen im nicht privat versicherten Sektor dermassen viel Geld einnehmen.

Deswegen muss dieses Geschäft madig gemacht werden:

a) Aerzte in der Grundversorgung werden in ein Globalbudget gezwungen
b) Öffentliche Spitäler werden in die Fallpauschalen gezwungen.

Ziel ist die Unterfinanzierung des öffentlichen Sektors und damit dessen Bankrott.

Anschliessend kann die Privatassekurant das Schweizerische Gesundheitswesen privatisieren und abkassieren.

Den allgemein versicherten bleiben dann der Medico della Mutua, Wartezeiten und anständige Behandlung nur unter Leerung des Sparkässeli.

Belege? Italien, Holland, Deutschland, Österreich ecc.

3. Profitgier: weitere Schritte

Aufhebung des Kontrahierungszwanges: Damit ist das Szenario des Arztes als Angestellter der Krankenkassen realisierbar.

Privatisierung der Spitäler: öffentliche Spitäler werden bewusst in den Ruin getrieben. Anschliessend kann man sie aufkaufen und umfunktionieren in profitable Rosinenpicker-Spitäler.

4. Die Finten des Parlaments, um die Spuren zu verwischen

Man erkläre über Santésuisse Methoden die Aerzte zu Abzockern im Gesundheitswesen mit einer grobfahrlässigen Methode zur Bestimmung von Überarztung. Die Santésuisse Methode erklärt 12% der Arztkosten und ist damit als Überaztungsmethode schlichtweg irrsinnig.

Man erkläre HMO und andere Netzwerke zu Kostensparern (die sparen 8.7% im low risk Segment, Daten aus dem high risk Segment: unbekannt).

Man erkläre Herrn und Frau Schweizer zu häufigen unnötigen Arztbesuchern, Ausnutzern der Prämien und Überarztungssüchtige. Das Gegenteil ist der Fall: gemäss OECD Vergleichen ist die Zahl der Arztbesuche in der Schweiz weit unterdurchschnittlich.

Man erkläre die öffentlichen Spitäler zu Kostentreibern: der Trick liegt in der Manhatten-Distanz (wir können hier nicht alles erklären, schauen Sie doch auf unserer Webseite http://spitalsterben.ch vorbei).

Man behaupte, man müsse 100 Spitäler in der Schweiz schliessen wegen Überkapazitäten, gemäss OECD Daten 2007 ist das Gegenteil der Fall, wir verweisen auf http://spitalsterben.ch.

Man behaupte, schliessslich würde es eine Begleitforschung zur Erfassung allfällig negativer Auswirkungen der Fallpauschalen geben. Das Gegenteil ist der Fall: die bisherigen Konzepte sind nicht ausgereift, es fehlt das Geld, das Know-How und die gesetzliche Grundlage.

Man behaupte, mit DRG / Fallpauschalen, liessen sich Spitäler betreffend Kosten vergleichen. Das Gegenteil ist der Fall. Die abstrusen DRG sind für wisschenschaftlich fundierte Vergleiche nicht geeignet.

Man behaupte, dass dank DRG's Kosten im Gesundheitswesen gespart werden können. Das Gegenteil ist der Fall: die Kosten steigen und die Einnehmer sind die Privatassekuranz.

man behaupte, ein ungenügender Risikoausgleich sei notwendig, um die Marktkräfte spielen zu lassen. Das Gegenteil ist der Fall: ungenügender Risikoausgleich erzeugt Kosten und keinen sinnvollen Wettbewerb, siehe auch http://www.risikoausgleich.org

Das ganze Theater im Parlament, wonach das Gesundheitswesen zu teuer sei, ist eine Inszenierung, um den Juwel "Schweizerisches Gesundheitswesen" mit maximalem Profit zu melken.

5. Was geht nach der DRG / Fallpauschalen Revolution im allgemein versicherten Sektor unter?

Patientensicherheit, rasche und effiziente Behandlung, Effizienz in der Prävention chronischer Krankheiten: kurz "fairness&equity" sind in Gefahr, es wird sich eine Dreiklassenmedizin etablieren und die Solidarität der Finanzierung adäquater medizinischer Behandlung wird der Vergangenheit angehören.

6. Zusammenfassung

Die Privatassekuranz / private Spitalketten wollen seit Jahren das Gesundheitswesen zur Dreiklassenmedizin umfunktionieren, um die Profitgier noch besser befriedigen zu können.

Mit den Fallpauschalen wird ihnen das gelingen.

Die Monstrosität der Umwälzungen im Gesundheitswesen sind dabei kaum erkannt, die Motive verbleiben im Dunkeln.

Dabei ist es ganz einfach: es geht nicht um Verbesserung der Medizinischen Qualität oder  um eine Verminderung der Kosten. Es geht schlicht und einfach darum, im zweitreichsten Land der Welt den Juwel "Schweizerisches Gesundheitswesen" für die Interessen der geldgierigen Privatassekuranz zu instrumentalisieren.

Auf der Strecke bleiben  die vielen Personen in der Schweiz, welche im stressigen Alltag ohne Artikulation dem feindlichen medizinischen Umfeld der Zukunft ausgesetzt sein werden.

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